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Flüge von ein-/zweimotorigen Propellermaschinen, z.B. durch die Sportfluggruppe finden hier keine Berücksichtigung, da sie in der Regel nicht die Lärmintensität aufweisen. Alle Angaben beruhen auf Erinnerungen und nicht auf Aufzeichnungen!
Flugtage
JaboG 34
In der Zeit des Jabo-Geschwaders 34 wurde von Montag bis Freitag geflogen. Eine Ausnahme gab es nur bei NATO-Übungen (höchstens einmal im Jahr), dann fanden auch am Samstag Flugbewegungen statt. An Feiertagen, sowie zwischen Weihnachten und Hl.Drei Könige wurde ebenfalls nicht geflogen. Ferner war das Geschwader einmal im Jahr für ca. 4 Wochen auf Kommando im Ausland,- soweit ich mich erinnern kann war dies immer im August. In der Summe ergibt das ca. 200 Flugtage im Jahr.
FMM Am Regionalflughafen Memmingen liegt die Anzahl an Flugtagen > 340 (Tage) im Jahr (bedingt durch Flugausfälle, wie z.B. in 2010 durch starken Schneefall und dem Vulkanausbruch in Island).
Flugzeiten
JaboG 34
Da es sich um eine militärische Einrichtung handelte war theoretisch 24 Stunden Flugbetrieb möglich. Tatsächlich waren die Kernzeiten wie folgend:
| Mo - Do |
09:00 – 12:00 und 14:00 – 19:00 |
| Fr |
09:00 – 12:00 |
Flüge vor 09:00 waren äußerst selten. An Flüge vor 08:00 kann ich mich nicht erinnern. Flüge zwischen 19:00 und 22:00 waren ebenfalls selten. Ich glaube nicht, dass an mehr als 30 Tage im Jahr bis 22:00 geflogen wurde. An Flügen nach 22:00 kann ich mich auch nicht erinnern. Flüge am Freitagnachmittag und -abend fanden auch nur an einer NATO-Übung statt.
FMM Die Betriebszeiten des Regionalflughafen sind:
In der Vergangenheit wurde bis an die Grenzen der Betriebszeiten geflogen. So gab es sonntags Abflüge kurz nach 06:00 und Landungen kurz vor 22:00. Auch über die eigentlichen Betriebszeiten hinaus fanden Flüge statt. So z.B. ein Abflug um ca. 00:30 (zugegebenermaßen ein extremes Beispiel). Der neue Sommerflugplan, gültig ab 27.03.2011 bis zum 29.10.2011 zeigt keinen Abflug und keine Ankunft besonders nah an den Grenzen der Betriebszeiten. Der späteste Abflug ist am Mi und So, jeweils um 21:30 in die Ukraine und am Di, Do und Sa nach Portugal, gleichfalls um 21:30 (wenn es nicht zu Verspätungen kommt). Der früheste Abflug ist am Di und Sa um 08:30 nach Italien. Die früheste Ankunft ist am Di und Sa um 08:15 und die späteste am Di, Do und Sa um 21:05 aus Portugal. Einige Flüge sind nicht mit An- und Abflugzeiten hinterlegt. Daraus ergibt sich, dass an mindestens 5 Tagen in der Woche nach 21:00 geflogen wird. [Quelle: Sommerflugplan von allgäu-airport.de ]
Flugfrequenz
Grundsätzlich ist die Flugfrequenz (auf den Monat bezogen) im Winter bei der jetzigen zivilen Nutzung niedriger als im Frühjahr, Sommer und Herbst. Dies traf auch bei der militärischen Nutzung zu.
Die Zeit der militärischen Nutzung des Geländes muss unterteilt werden: In die Zeit in der das Geschwader in die „Nato-Doktrin des atomaren Erstschlags“ (First Strike) eingebunden war und in die Zeit danach bis zur Auflösung des Geschwaders im Jahr 2003. Nach Abzug der Amerikaner (und ihrer atomaren Bewaffnung) Mitte der 90iger war die Hauptfunktion des Geschwaders nicht mehr gegeben und die Anzahl der Flugbewegungen nahm stetig ab. Am Regionalflughafen Memmingen hat die Anzahl der Flugbewegungen (an Passagiermaschinen) bis zum Jahr 2010 jährlich zugenommen.
Bei einer Quantifizierung müssten sowohl die Schulungsflüge der jetzigen zivilen Nutzung wie auch die Platzrunden während der militärischen Nutzung mit einbezogen werden. Da mir darüber keine Daten Vorliegen und auch sonst nie Überflüge gezählt wurden, wurde darauf verzichtet.
Aus dem Bauch heraus würde ich aber sagen, dass die Jahresanzahl der Flugbewegungen von Passagiermaschinen in den Jahren 2009/2010 mit der Jahresanzahl von Flugbewegungen von Tornados und Transportmaschinen (z. B. Transall) in den 80iger, bzw. Anfang der 90iger nahezu gleich ist. Lediglich die Verteilung in der Zeit ist eine andere geworden.
Schallimmissionen
JaboG 34
Tornado Kampfflugzeuge waren (aufgrund ihrer Schwenkflügeleigenschaft) per se weder leise noch laut, sondern es bestand eine Abhängigkeit vom jeweiligen Flugverhalten des Piloten und dieses wiederum vom jeweiligen "militärischen Einsatzbefehl". Sie konnten im „Flüsterton“ landen und starten, aber mit ihren Immissionen am Ort auch bis in Regionen vordringen, die ich als Körperverletzung (selbst bei einem Erwachsenen) bezeichnen würde. Das An- und Abflugverhalten der Tornados variierte. Ca. 70% der An-/Abflüge verliefen über dem Hoppenriedweg. Bei den verbleibenden 30% wurden nach dem Start eine Kurve über Benningen geflogen, bzw. in Kurven von Benningen kommend die Landebahn angeflogen. Auch die Landeanflugwinkel variierten, geschätzt zwischen 3 und 7 Grad. In der Summe waren Tornados beim Starten lauter als beim Landen, da es wohl aus militärisch/taktischen Überlegungen in Bezug auf den Ernstfall für Kampfflugzeuge „sicherer“ war, nach dem Start in Bodennähe zu bleiben. Landen spielte in militärischer Hinsicht eher eine untergeordnete Rolle. Man ging davon aus, dass im Ernstfall das Jabo-Geschwader 34 nach ca. 20 Minuten nicht mehr zu Verfügung stand und die Maschinen in der QRA (Quick Reaction Alert) in dieser Zeitspanne bereits in der Luft waren.
FMM
Passagiermaschinen sind in der Summe beim Starten leiser als beim Landen. Eine Variation der An- und Abflugrouten gibt es nicht, alle Flüge finden über dem Hoppenriedweg statt. Der Landeanflugwinkel ist immer der gleiche, allerdings kommt es bei ca. 5% der Landungen zu Schuberhöhungen. Gründe hierfür könnten "thermische Veränderungen" über dem Benninger Ried sein, die den Piloten, bzw. eine Automatik, die Triebwerke „höher fahren“ lässt. Auch bei Passagiermaschinen ist es schon zu Schallimmissionen gekommen, die ich in die Kategorie „Körperverletzung“ einordnen würde.
Resümee
Die Anzahl der Spitzenpegel an Fluglärm hat sich zwar im Vergleich Regionalflughafen – Jagdbombergeschwader verringert, allerdings finden jetzt mehr Flüge morgens, abends und nachts – an 7 Tagen die Woche das ganze Jahr über statt.
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